Polizei will FSA09-Vorfall untersuchen
Die Berliner Polizei äußerte sich am Sonntag Nachmittag zur Freiheit statt Angst Demo am gestrigen Samstag. Laut dieser Einschätzung verlief die Demonstration weitgehend störungsfrei. Circa 10.000 Personen sollen sich der Demo im Verlauf des Nachmittags angeschlossen haben.
Zu dem seit gestern im Internet kursierenden Video hat die Polizei nun auch Stellung genommen und leitet ein angebliches Verfahren wegen Körperverletzung im Amt ein. Es folgt der Wortlaut der Pressemeldung:
Im Zusammenhang mit der Überprüfung des Lautsprecherwagens kam es seitens mehrerer Teilnehmer zu massiven Störungen der polizeilichen Maßnahmen. Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter. Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten. Der Unbekannte entfernte sich anschließend vom Tatort. Der 37-Jährige erlitt bei seiner Festnahme Verletzungen im Gesicht und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.
Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.
Wie ernst es die Berliner Poilzei damit meint, bleibt aber vorerst fraglich. Dass die Fachdezernate kein großes Interesse an Aufklärungen solcher Fälle zeigen, hat nicht zuletzt auch schon Panorama festgestellt:
Angst statt Freiheit in Berlin?
Naja, eigentlich lautete das Motto der Großdemonstration in Berlin, zu der laut Veranstalter 25.000 und laut Polizei etwa 10.000 Menschen kamen um gegen den Überwachungswahn in Politik und Wirtschaft zu demonstrierten, Freiheit statt Angst und nicht Angst statt Freiheit. Bis an die Berliner Polizei, die zusammen mit dem bayerischen USK nicht gerade als der Personenkreis gezählt werden kann, den man guten Gewissens in seinem Freundeskreis aufnehmen möchte, ist das aber nicht vorgedrungen.
Obwohl, oder auch gerade weil der Verlauf der Demonstration ansonsten ruhig war, kam es am Rande der Abschlusskundgebung am Potsdamer Platz zu einer Auseinandersetzung zwischen einem gemeingefährlichen verärgerten Radfahrer und der sichtlich in Bedrängnis gebrachten Berliner Polizei, die bestimmt nur ob der Gefahr vor dem Radfahrer, der wie es scheint Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, Gewalt anwenden wollte musste.
Da dieses Video hinter einer Jugendschutz-Abfrage steht kann man es auch hier als AVI runterladen: http://ccc.mirrors.as250.net/fsa09-043-small.avi
Nun ist der exakte Verlauf vor dem Übergriff unbekannt, doch egal, was dem voranging: Eine solche Tat ist mit dem "Verhältnismäßigkeitsprinzip" bestimmt nicht überein zu kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass nach diesen feigen Angriffen, deren Provokateure in Uniform augenscheinlich nach den Attacken flohen, juristische und personelle Folgen nach sich ziehen wird. Wer dazu beitragen möchte und Augenzeuge des Vorfalls war: Der Chaos Computer Club (CCC) sucht eben solche und bittet, sich unter mail[at]ccc[dot]de zu melden.
Rammstein und die Geschichte vom F5-Shop
Nun ist ein weiterer Tag vergangen, an dem ich keine Rammstein-Tickets ergattern konnte. Schade, immerhin war ich gleich MEHRMALS im Shop, konnte mich anmelden und einen Warenkorb anlegen... Wenn dann noch der Login funktionieren würde... Daher mein Kommentar an das Managment: *kotz*
Während man dort übrigens großkotzig von der "Demokratisierung des Ticketverkaufs" spricht und andere VVK-Stellen unisono "doof sind [Eigeninterpretation der Statements]", bevorzugt man eine bestimmte Gruppe an Fans: Nämlich Community-Mitglieder, die dafür Geld zahlen müssen. Danke, Rammstein, für diesen Demokratie-Kurs! Normalsterbliche, die bis dato nicht Mitglied sind, müssen sich gedulden, vermutlich bis die lustige Resterampe mit einer handvoll Tickets eröffnet wird. Nun will ich das Recht der zahlenden Mitglieder nicht schmälern, eine derartige Bervormundung hätte ich aber nicht erwartet. Versuche, sich über das Shopsystem zu beschweren bzw. technische Hilfe zu erlangen war gestern übrigens unmöglich. Die Antworten auf Kontaktanfragen durch das Formular auf der Shopseite beantwortet der MAILER-DEAMON wie folgt:
Hi. This is the qmail-send program at failover02.virtualhosts.de.
I'm afraid I wasn't able to deliver your message to the following addresses.
This is a permanent error; I've given up. Sorry it didn't work out.
<tickets@rammsteinshop.de>:
Sorry, no mailbox here by that name. (#5.1.1)
Danke, Rammstein, also auch für diesen tollen Support!
Ich hasse die Warteschleife
Sei gefühlten 200 Jahren warte ich auf ein Rammstein Konzert, welches nicht in 2000km Entfernung stattfindet und halbwegs erschwinglich ist. Und wenn der Ticket Vorverkauf so weiter geht wie bisher, dann werden es wohl nochmal gefühlte 200 Jahre werden.
Verkauft werden die Tickets aus Sicherheitsgründen, um Schwarzverkäufe und Geldmacherei vorzubeigen, nur im hauseigenen Rammsteinshop. Dieser brach schon kurz nach der Eröffnung aufgrund des riesigen Fan-Aufkommens zusammen und verweigert seit nunmehr einem Tag fast komplett den Dienst. Am heutigen Abend soll der Vorverkauf nun weitergehen, sagt zumindest die Seite und lässt alle paar Minuten wohl ein paar Kunden rein, damit diese letztendes doch wieder an Serverfehlern verzweifelt.
Man könnte mich als Beispiel nehmen: Nach Stunden in der "Warteschlange" erlaubte mir der Rammstein-Shop einen kurzen Einblick in das Bestellsystem (2 Tickets pro Person), ich hatte sogar schon Karten im Warenkorb bis -WUMM - ich wieder in der Warteschlande war. ARGH! Hey, Rammstein! Ich bin doch zu alt für solche Spielereien;)
Ganz nebenbei bemerkt: Gebracht hat die ganze Aktion gar nichts, erste Schwarz-Tickets werden in Tauschbörsen zu Preisen von bis zu 400 Euro angeboten. Und ich wette: Da geht das Bestellsystem ;(
Was bayerische Politik taugt

Näher am Menschen oder am Trinker?
Bald, so tönt es derzeit unisono aus allen Parteien und Kanälen, wird ein neues Europa-Parlement gewählt. SPD, FDP, Grüne und Linke versuchen sich so gut wie möglich zu profilieren und auf den letzten Drücker europapolitische Kompetenz zu beweisen, die in den vergangenen 5 Jahren kaum existent war. Denn was in Brüssel passiert, interessiert die deutsche Allgemeinheit kaum, lediglich wenn deutsche Parlamentarier plötzlich von einem EU-Beschluss überrascht wurden, an dem sie nicht mitwirken wollten und der entsprechend nicht zu Genüge ausgearbeitet war, wurde es populistisch ausgeschlachtet. "Brüssel will dies, Brüssel will das, uns sind die Hände gebunden" heißt es dann häufig.
Zugeben will das bisher natürlich niemand. Oder doch? Die bayerische CSU weigert sich stoi(ber)isch, nun noch in den letzten Tagen nicht vorhandene EU-Kompetenz zu heucheln und macht stattdessen lieber mit einer Lobby-Veranstaltung für die Bierwirtschaft auf sich aufmerksam. Zum zweiten mal organisiert die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag zusammen mit dem Verband "Private Brauereien Bayern e.V." einen Tag des Bieres. Geladen haben dazu der CSU-Fraktionsvize Karl Freller sowie Gerhard Ilgenfritz, Präsident der Bier-Lobby des Verbandes. Gut, Bier und Rausch scheinen in der bayerischen Raum einen großen Teil des Poltikeralltags einzunehmen, sonst käme es wohl kaum zu Kinderporno-Vergleichen und Zensurmaßnahmen Jugendschutzmaßnahmen bei Videospielen. Anders als mit zu hohem Alkoholkonsum lässt sich auch der zahnlose Tiger "neues Waffenrecht" und ähnliche Vorhaben nicht erklären. Auch hier hat die Waffen-Lobby in Form der CSU mitzureden gehabt, ganz nach dem Prinzip "Das machen wir schon immer so, das soll auch so bleiben".
Ob der Tag des Bieres nun wirklich erfolgreich ist, wird man Dienstag sehen. Und vielleicht auch davon lesen, das kommt natürlich ganz darauf an, ob Kollegen vor Ort lieber Fragen zum Sinn einer solchen Veranstaltung stellen, anstatt sich auf "Bier und gute Gespräche" zu konzentrieren. Prost.
Slumdog Millionär

Slumdog Millionär (by Fox Searchlight)
Indische Filme. Was in meinen Augen bisher nur aus Tanz und Gesang unterbrochen von Schießereien und Romantik auf RTL II bestand, entpuppt sich dieses Jahr als der Underdog der Blockbuster. Insgesamt acht Oscars gewann Slumdog Millionär (eng.: Slumdog Millionaire), in zwei weiteren Kategorien reichte es nur für eine Nominierung.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Jamal Malik, der zusammen mit seinem älteren Bruder Salim in den Slums von Mumbai aufwuchs. Jamal sitzt in der indischen Ausgabe von "Wer wird Millionär" und arbeitet sich Frage für Frage nach oben, bis er an der vorletzten zu scheitern droht. In einer Werbepause steckt ihm der intrigante Moderator schließlich eine Antwort, die falsche wie Jamal rausfindet. Die List durchschauend errät Jamal die Antwort letztlich doch und steht somit nur noch eine Frage vor den 20 Millionen Rupien. Hier ertönt jedoch das Signal, das auch in Deutschland das Ende der Sendung ankündigt. Durch einen Hinterausgang wird Jamal vom Moderator in die Hände der Polizei übergeben, die ihn daraufhin durch Folter dazu bringen will, einen Betrug zuzugeben. Doch Jamal ist kein Betrüger, stattdessen kann er alles ganz logisch und dennoch irrationell erkären. In vielen Rückblicken und Schnittsequenzen wird die rührende Geschichte der beiden Brüder und der schönen Latika erzählt, die aber auch die harte Realität der Slums und der Lage in Indien aufzeigt. Während viele Filme indischer Herkunft die Not und das Elend der Slums größtmöglich ausblenden möchten, setzt Slumdog Millionär auf Konfrontation und Verarbeitung, teils mit harten Bildern und Szenerien, die man sich kaum vorstellen kann. Essentiell ist dabei neben der zwiespältigen Entwicklung der Brüder auch die verstrickte Liebesgeschichte zwischen Jamal und Latika, die zuweilen selbst harte Gemüter berührt.
Fans von indischem Kino werden hieran sicher viel Spaß haben, obwohl Gesang und Freude nur selten Bestandteil der traurigen Story sind. Doch auch Neulinge werden in Slumdog Millionär nicht nur rührend unterhalten, sondern bekommen auch das wahre Gesicht Indiens gezeigt, das von Korruption, Armut und organisiertem Verbrechen zersetzt zu sein scheint.
Windows 7 Beta und andere Spielereien
Ha! Reingefallen. Eigentlich will ich gar nicht über die Beta des neuen Windows Betriebssystems mit dem schlüssigen und einprägsamen Namen "7" schreiben. Diese habe ich zwar auf dem Rechner, darüber abartig lange zu philosophieren würde jedoch die Grenzen des Interessanten oder gar Verkraftbaren sprengen!
Viel eher geht es um die anderen Spielereien. Beispielsweise um den Blog hier. Reine Spielerei. Und warum füllt der sich nicht von alleine mit Inhalten die ähnlichen Niveaus sind wie dieser Beitrag? Gibt es denn keine künstliche Intelligenz, der ich ein paar Schlagworte einwerfen kann und die danach ein perfekt ausformulierten Eintrag generiert? Nein! Und warum? Richtig, weil alle Menschen doof sind. So einfach ist das - habe ich zumindest rausgefunden. Die erfinden lieber Videospiele (Killernachwuchs), politische Großereignisse mit dem Flair eines Oktoberfestwochenendes (Obamas Inauguration) und das Rad neu (nicht näher definiert).
Um diesem Eintrag nun doch einen Sinn zu geben möchte ich mit einer (eventuell rhetorischen) Frage schließen: Ist es meinem Verstand zuträglich, spät abends noch knapp einen Liter Bull zu sich zu nehmen, woraufhin man dann die halbe Nacht wach ist und morgen vollkommen unausgeschlafen in die Arbeit schlurft? Die rhetorische Antwort: Yes, we can!
So finster die Nacht

Bild: Jung-Vampir Eli (Foto: MFA)
Für das Horror-Genre in der Kategorie "Vampirfilme" ist So finster die Nacht (Original: Låt den rätte komma in) neuer Stoff in einer ansonsten zum Einheitsbrei verkommenen Gattung, die zumeist aus möglichst viel Action, erschreckend viel Blut- und Spezialeffekten und seltenst aus kindlicher Naivität besteht. Doch genau dadurch will der Film überzeugen, was ihm auf einer düsteren und dennoch unterhaltsamen und fordernden Art und Weise gelingt.
Obwohl die schwedisch-nordische Art Dialoge aufzubauen für Mitteleuropäer mit US-Amerikanischen Filmeinschlag anfangs noch verstörend daher kommt und sich durch pure Einfachheit auszuzeichnen scheint, ist es doch gerade das, was den Film lebendig, ja gar fassbar macht. Im Vordergrund steht die Beziehung von Oskar, einem gemobbten Zwölfjährigen und der ebenfalls zwölfjährigen Eli, die jedoch "schon lange zwölf ist". Während sich das actionorientierte Kino wohl von Anfang an auf eine möglichst reißerische Darstellung der kleinen Vampirin gestürzt hätte, bleibt in dieser schwedischen Verfilmung die wahre Identität vorerst noch verborgen. Stattdessen befasst sich Regisseur Tomas Alfredson weiterhin mit den beiden Jugendlichen, die immer weiter zueinander finden. Erst spät wird klar, dass Eli aber nicht nur tragisch in mehrere Mordfälle verstrickt sondern originär auch der Grund für eben diese ist. Als dann selbst dem naiven Oskar klar wird, wie es genau um seine Freundin steht hält er zu ihr, so wie auch sie zu ihm und eine romantische Reise beginnt.